Gute Arbeit braucht Zeit - #zeigmirdeinvorher !

Bilder bearbeiten oder gleich "richtig" fotografieren?

 

Man kann sicherlich stundenlang darüber diskutieren, aber ich bin schon immer der Meinung, dass Fotografie und die digitale Bildbearbeitung heutzutage einfach zusammengehören. Zugegeben - bevor man sich mit Photoshop & Co. auseinandersetzt, sollte man als allererstes seine Kamera lieben und verstehen lernen, sollte sich mit der manuellen Fotografie auseinandersetzen und wissen, was es mit all den Knöpfen und Rädchen an seiner Spiegelreflexkamera auf sich hat. 

 

Doch wer in der Lage ist, seine Kamera zu bedienen, der darf meiner Meinung nach anschließend gern ganz tief in den Photoshop-Farbtopf greifen und jedem Bild so seinen eigenen Stil, seine Bildsprache und "das gewisse Etwas" verpassen! 

Bildbearbeitungsprogramme geben uns die Möglichkeit, Bilder zu verwandeln, sie sind meiner Meinung nach einfach ein Stilmittel der heutigen Zeit. Ein Stilmittel, das geschmackssache ist und dem sich nicht jeder Fotograf beugen muss, natürlich. Ich für meinen Teil liebe es, meinen Bildern mit Lightroom und Photoshop einen ganz besonderen "Look" zu verpassen und so richtig kreativ zu werden. 

 

Als Berufsfotografin, die nach wie vor viele Privatkunden und nur selten Workshopmodels fotografiert, weiß ich aber vor allem eines: Manchmal ist Photoshop einfach notwendig, um ein Bild (für mich) perfekt zu machen!

Denn nicht jedes Pferd läuft frei ohne Halfter über eine Lichtung mitten im Wald, nicht bei jedem Shootingtermin scheint die Sonne und sorgt für schönste Sonnenaufgänge, nicht jeder Hund lässt sich genau da platzieren, wo ich ihn gerne hätte. Genauso hat nicht jedes Neugeborene, dass mich in meinem Studio besucht, reine Haut - viele haben kleine Schrämmchen von den winzigen Fingernägeln, haben Rötungen oder Pickelchen. Kein Schönheitsmakel, auf keinen Fall, soetwas gehört einfach dazu! Doch viele Eltern würden sich eben freuen, wenn diese nicht unbedingt auf ihren Fotos zu sehen sind. Gleiches gilt in der Tierwelt: Ein Hund, der gerade eine OP hinter sich hat, hat oft noch kahle Stellen im Fell und ein Pferd, dass im Sommer mit Ekzemen zu kämpfen hat, hat oft unschöne Lücken in der Mähne. 

In solchen Fällen bin ich froh zu Wissen, mit welchen kleinen Tricks ich Halfter, Zäune, Stellen im Fell, Wunden, Narben, Verfärbungen, Pickelchen und co. ganz schnell verschwinden lassen kann. Ein bisschen Sonnenaufgangsstimmung an einem eigentlich bewölkten Tag? Auch kein Problem!

 

#zeigmirdeinvorher !

 

In Facebookgruppen, die sich mit der Bildbearbeitung beschäftigen, aber auch bei Instagram ist die wohl häufig gestellteste Frage: "Kannst du mir dazu mal das unbearbeitete Bild zeigen?". Und auch ich selber finde es immer wieder super interessant, wenn Fotografen ihre Vorher/Nachher Vergleiche preisgeben. Deswegen habe ich mich vor einiger Zeit entschlossen, den #zeigmirdeinvorher zu starten, unter dem Berufsfotografen, Profis der Bildbearbeitung aber auch Hobbyfotografen und Anfänger ihre Vorher/Nachher-Vergleiche präsentieren können.

 

Warum? 

Diese Frage habe ich versucht, einmal in Stichpunkten zusammenzufassen: 

  • Für Anfänger der Fotografie/Bildbearbeitung aber auch für solche, die einfach nach wie vor wissenshungrig sind, ist es sicherlich sehr interessant, anderen Fotografen einmal über die Schulter zu schauen und zu sehen, wie viel oder wenig jemand anderes an seinen Bildern bearbeitet. Vielleicht entsteht so auch ein reger Austausch ("Wie hast Du das denn hinbekommen?"), der dem ein oder anderen weiterhilft. Ich fände es toll, wenn man unter dem #zeigmirdeinvorher bald in jeder Menge Vorher/Nachher-Vergleichen stöbern könnte! 
  • Den ein oder anderen Fotografen hoffe ich, mit dieser Aktion davon überzeugen zu können, einmal ins kalte Wasser zu springen und "mit offenen Karten" zu spielen. Verheimlicht nicht, ob und wie viel ihr an Euren Bildern bearbeitet! Photoshop ist kein Teufelswerk und nicht jedes Bild muss der Kamera schon perfekt entspringen - und das solltet ihr auch nicht vermitteln. Zeigt Euren Followern, dass die Bildbearbeitung genauso zur Fotografie gehört wie das Drücken des Auslösers. 
  • Was mir besonders wichtig ist, sind die folgenden zwei Punkte: Ich würde mit dem #zeigmirdeinvorher gerne auch Kunden und Followern zeigen, wie viel Arbeit tatsächlich hinter den Bildern steckt, die sie tagtäglich auf Facebook, Instagram und Co. zu sehen bekommen. Ich erlebe es leider immer noch viel zu oft, dass der Wert eines bearbeiteten, fertigen Fotos nicht genügend geschätzt wird und viele Leute denken, ein Bild wäre in 5 Minuten geschossen, bearbeitet und fertiggestellt. Deswegen auch die Überschrift "Gute Arbeit braucht Zeit!" - zeigt Euren Followern, wie viel Geduld und Zeit in Euren Bildern steckt! 
  • Damit einhergehend hoffe ich auch, dass der Hashtag erklärt, warum es bei vielen Fotografen (mich eingeschlossen) keine Rohdateien gibt. Die Rohdatei ist eben einfach noch nicht fertig, sie muss erst noch einen für den jeweiligen Fotografen typischen Ablauf durchleben, bevor aus "einem" Foto "sein" Foto wird. 

 

Mach mit und #zeigmirdeinvorher!

 

Vorher/Nachher-Vergleiche haben sicher schon viele von Euch gepostet. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn einige von Euch - egal ob Anfänger, Fortgeschrittener, Berufsfotograf oder Hobbyknipser - mitmachen und erneut (oder zum ersten Mal?) einen solchen Vergleich unter dem #zeigmirdeinvorher posten! Sei es, um damit einfach nur anderen eine Freude zu machen, Feedback zu bekommen oder um etwas bestimmtes mit diesem Vergleich zu vermitteln. Teilt unter dem Hashtag gerne auch Eure Gedanken zum Thema Bildbearbeitung (Vielleicht seid ihr ja ganz anderer Meinung?), erstellt Alben oder schreibt sogar Blogbeiträge mit einigen Bildern - ich bin schon wahnsinnig gespannt darauf, mir die Bilder und Collagen anzusehen. Zur Erklärung der ganzen Aktion dürft ihr natürlich gerne diesen Beitrag verlinken. 

Außerdem werde ich in einigen Wochen alle Beiträge unter dem Hashtag lesen, die besten und interessantesten Artikel/Bilder heraussuchen und sie gemeinsam mit u.a. auch Zitaten hier auf meinem Blog posten! Natürlich werden alle Autoren und Urheber entsprechend gekennzeichnet :) 

 

Meinen kleinen Beitrag zum Thema findet ihr nun im Anschluss an diesen Text - viel Spaß beim Ansehen. 

 

Du willst lernen, wie ich diese Bilder bearbeitet habe, meinen Workflow kennenlernen und mir beim Bearbeiten einmal über die Schulter schauen? Hier geht's zur Anmeldung für meinen ersten Bildbearbeitungsworkshop! 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Annika (Sonntag, 23 Oktober 2016 02:56)

    Eine tolle Idee Laura!
    Ich bin mit meiner Instagram Hobby Fotografie Seite auf jeden Fall dabei :-)

    Ich persönlich finde diese vorher nachher Bilder auch immer sehr interessant und lehrreich.

    Liebe Grüße

  • #2

    Björn (Sonntag, 23 Oktober 2016 11:11)

    Eine tolle Aktion, die bestimmt viele Fotografen beschäftigt. Ich mache es nur so als Hobby und zum Ausgleich neben der Schule, aber komme oft mit anderen ins Gespräch, was denn nun besser sei.
    Da bin ich wie du der Meinung, einmal den eigenen Stil so zu erschaffen und das Bild perfekt werden zu lassen. Warum nicht ein Bild erschaffen, was richtig gut aussieht? Und warum nicht mit dem Pinsel an der einen oder anderen Stelle die Farben bisschen verändern? Aus der Kamera kommt auch nicht das originale Farbbild der Natur, angefangen beim Weißabgleich zum Beispiel. Bearbeitung gehört dazu, finde ich und macht ein Bild doch richtig interessant! Ich versuche mal auch ein Vergleich auf Instagram noch hochzuladen, mal gucken ob ich da ein richtig starken Unterschied finde. :D
    Beste Grüße